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Blumenfeld voller rotem Mohn
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Plastikfreie Periode

Auf Insta habe ich eine kleine Serie angefangen, die sich plastikfreises Badezimmer nennt. Darin stelle ich Alternativen in unserem Badezimmer vor, die Plastik nach und nach verdrängt haben und verdrängen. Sei es mein Rasierhobel oder allgemein Pflegeprodukte oder das Zähneputzen. Für Teil 5 fand ich aber, muss ein eigener Blogbeitrag her. Denn es geht um ein Thema, über das mehr geschwiegen als geredet wird: die Monatsblutung, Menstruation, Periode.

Wie schon in den ersten vier Teilen auf Insta erwähnt, findet das, was generell in meinem Leben Einzug gefunden hat natürlich auch im Badezimmer statt. Ein bewussterer und nachhaltigerer Konsum. Jegliche Neuanschaffungen oder Nachkäufe werden wann immer möglich, mit einer nachhaltigeren Version getätigt. Das bedeutet eben ganz oft auch mit weniger oder gar keinem Plastik.

Wo vor zwanzig Jahren hauptsächlich konventionelle Binden und Tampons existierten, haben wir heute eine wirklich gute Auswahl an Alternativen. Natürlich gibt es mittlerweile viele plastikfreie Einweg-Binden und -Slipeinlagen oder auch Tampons die nicht in Plastik verpackt sind. Die aus verschiedenen Gründen auch alle besser, als die konventionelle Plastikvariante, aber mit dem Stichwort Einweg wird schnell klar, dass das eben Wegwerfprodukte sind. Und das, ist definitiv etwas, was ich in einem Zero Waste Home nicht möchte: Verschwendung, wenn es (Mehrweg-)Alternativen gibt. Dabei musst du dich nicht einmal auf eine Methode oder Sache festlegen. Für meine Periode kombiniere ich je nach Stärke und Situation ganz verschiedene miteinander. Jetzt aber eins nach dem anderen:

Slipeinlagen und dünne Binden aus Stoff

Nach #nutzewasduhast, habe ich mir aus einem alten Top aus Baumwoll-Rip einmal abends in einer Nacht- und Nebelaktion einige Slipeinlagen genäht. Mit Metall-Druckknöpfen, die noch in der Näh-Schublade lagen. Sie sind alles andere als schön, symmetrisch oder ordentlich vernäht. Daher erspare ich dir dieses schlechte Beispiel meiner Nähkunst weiter. Kleiner Tipp: Nimm dir Zeit für die Schablone und teste die Passform, messe ab und schneide genau aus.

Oder kaufe dir welche. Slipeinlagen aus Stoff gibt es mittlerweile so viele, dass ich gar nicht alle aufzählen könnte. Selbst auf Vinted habe ich schon handgenähte gesehen – auch zum Tauschen… Bei uns im Unverpacktladen hat es auch verschiedene Größen und Formen und online hat es natürlich eine noch größere Auswahl – da wird definitiv jede fündig 🙂

Wenn ich mir nochmals welche nähe, dann beachte ich sicher die obigen Tipps. Aber vor allem teste ich sie mit meiner Unterwäsche, damit alles gut sitzt und nichts verrutscht. Das mit den Druckknöpfen ist eine feine Sache und gar nicht störend, wie ich zunächst dachte.

Periodenuterwäsche

Diese vermeintliche Neuheit war mir sofort sympathisch. Ich fand den Gedanken wirklich cool, nur noch einen Slip anziehen zu müssen und fertig. Da kommt ganz klar meine praktische Art durch. Ich habe trotzdem sehr lange gezögert, verglichen, mich informiert usw. Letztes Jahr habe ich mich dann erst durchgerungen und als die Marke, die ich hauptsächlich im Blick hatte, einen Slip rausbrachte der wirklich auch sehr sehr hübsch war mit schwarzer Spitze und fein verarbeitet, habe ich mir einen bestellt.

Auf die Vorfreude und Freude über den plastikfreien Versand, folgte dann etwas Ernüchterung. Die Passform des Slips war weder bei der normalen noch bei der größeren Größe optimal und es hat immer leicht eingeschnitten am Übergang vom Oberschenkel zum Körper. Aber es war ok und vom Komfort her, war er natürlich unschlagbar. Dazu kam dann aber, dass ich nach der zweiten Wäsche Löcher in der Spitze hatte. Super schade bei so einem feinen Produkt. Ich hatte es natürlich gemeldet, aber es gab lediglich eine kleine Entschädigung (ich glaube 5 oder 10%) für die Verarbeitungsfehler. Damit hätte ich natürlich keine Schneiderkosten oder so decken können, also habe ich selbst etwas ausgebessert. Sonst gab es leider kein Entgegenkommen oder einen Ersatz, wie von mir gewünscht. Hier bin ich wirklich enttäuscht.

Wo ich nicht enttäuscht bin, aber auch keine Bedenken hatte, ist die Funktion. Da läuft nichts aus, da tropft nichts, da riecht nichts, da spürt man nichts. Die Membran im Schritt ist wirklich eine tolle Entwicklung und kann, gemäß meinen Erfahrungen, mit jeder noch so starken Binde oder noch so saugfähigen Tampon mithalten.

Da der Komfort zumindest im Sinne der einfachen Handhabung aber wirklich toll ist, mag ich nicht ausschließen, nochmals einen Versuch zu wagen. Vielleicht mit einer anderen Marke oder auch mit einem anderen Modell. Kurz darauf kam nämlich ein Seamless Slip ins Sortiment und der wäre vielleicht noch einen Anlauf wert. Mal schauen.

Falls dir die Einfachheit oder das Praktische nicht so wichtig sind, hier noch ein anderes Pro zur Periodenunterwäsche: Gerade kurz bevor meine Blutungen starten, habe ich je nach Zyklus hin und wieder Schmerzen. Zusammen mit anderen Faktoren, können die schon mal dafür sorgen, dass ich einige Stunden flach liege oder nicht sehr fit bin.

Mir ist bewusst, dass das nichts ist im Vergleich zu anderen, die einen ganzen Tag oder mehr Out of Order sind, aber ich kann hier nur für mich sprechen. Für mich ist es also einfach am komfortabelsten und angenehmsten, wenn ich mich während dieser Zeit um nichts kümmern muss. Einfach nur einen Slip anzuziehen und „frei“ bluten zu können, ist für mich einfach angenehmer, als etwas anderes.

Wenn die Membran der Unterwäsche irgendwann ausgedient hat, dann kannst du den Slip – vorausgesetzt er ist gut verarbeitet – übrigens einfach nur noch an schwächeren Tagen oder als normale Unterwäsche tragen. Denn man sieht „von außen“ nicht, dass du Periodenunterwäsche trägst.

Menstruationstasse | Period Cup | Periodentasse – wie auch immer…

Jetzt kommen wir zu meinem liebsten Unterstützer während der Periode. Ich bin absoluter Fan von der Menstruationstasse und finde es schade, dass sie noch eher zurückhaltend eingesetzt und skeptisch oder ängstlich betrachtet wird. Daher hierzu auch die ausführlichsten Erfahrungen.

Denn, nach einigen anfänglichen Schwierigkeiten, liebe ich sie mittlerweile innig. Ich würde sogar sagen, dass sie mir viel einfacher in der Benutzung fällt, als ein Tampon früher. Meine Cup benutze ich an den schwachen wie auch den stärkeren Tagen. Sie fasst viel mehr als ein Tampon und gibt mir so mehr Flexibilität (z. B. im Büro) Ich habe sie im Biomarkt gekauft und sie ist von der Marke FairSquared. Es gibt viele verschiedene, aber mir war wichtig, dass sie möglichst natürlich ist. Im Gegensatz zu anderen Tassen, die aus Silikon oder Kunststoff sind, ist die von FairSquared aus 100 % fair gehandeltem und FSC®-zertifiziertem Naturkautschuk.

Bezüglich Passform und Größe habe ich mich ziemlich nach den Angaben auf der Verpackung orientiert. Das sind Alter, Geburten, Größe usw. Das hat bei mir sehr gut hingehauen und sie passt super. Hier war ich etwas blauäugig und habe erst im Anschluss gelesen, dass es da irgendwie viele Unterschiede in der Passform zu geben scheint und manchen die Tasse auch schlicht zu lang ist. Bei mir war das aber kein Problem und für letzteres kann man fast alle Cups auch einfach am „Rückhol-Steg“ kürzen mit einer Schere. Dazu kann ich aber nichts sagen, außer dass ich da vorsichtig wäre, da ich diesen Teil beim Rausnehmen benötige. Die beigelegte Gebrauchsanweisung hat mir geholfen und ich habe sie die ersten Male immer dabei gehabt auf der Toilette.

Wie man die Tasse genau benutzt ist an sich einfach. Man faltet sie etwas zusammen mit Zeigefinger und Daumen und führt sie ein. Welche Falttechnik für dich passt und wie tief du sie einführen musst, spürst du selbst mit den ersten Versuchen. Nach dem Einführen entfaltet sich der Rand dann wieder und der obere, runde Rand passt sich so an die Stelle des Gebärmutterhalses an. Nachdem sie sich platziert hat, ziehe ich immer minimal am unteren Teil, um zu schauen, ob es abgeschlossen hat. Wäre sie noch unaufgefaltet und nicht dicht, dann könnte ich sie bewegen und rausziehen. So bin ich sicher, dass sie passt und der gewünschte Vakuum entstanden ist. Das Gefühl kommt von alleine wenn du sie nutzt, du wirst sehen.

Falttechniken der Periodentasse von FairSquared. C-Fold, S-Fold oder Punch-Down-Fold.
Falttechnik aus der Gebrauchsanweisung von FairSquared

Mein wichtigster Tipp: gib nicht auf, lass dich nicht verunsichern und bleibe immer ruhig. OK, das sind drei Tipps. Alle wichtig. 😉

Bei meiner ersten Benutzung benötigte ich einige Versuche, um die Tasse ordentlich zu platzieren. Das Herausnehmen hatte sich damals als komplizierter entpuppt, als das Einsetzen. Ich weiss noch, dass ich sie beim ersten Einsatz sehr lange versucht habe, wieder rauszunehmen und es hat und hat nicht funktioniert. Mit sehr lange meine ich wirklich lange. Ich wurde zwischendrin nervös und es blieb mir nichts anderes übrig, als zu versuchen ruhig zu bleiben. Es einfach wieder und wieder zu versuchen. Nicht einfach ziehen, denn wie gesagt entsteht ein kleines Vakuum und der seitliche Druck durch einen oder beide Finger löst dieses. Genau so wie es in der Gebrauchsanweisung beschrieben ist und bei allen anderen auch funktioniert. Und natürlich hat es dann auch funktioniert.

Das kommt so schnell mit der Übung und ist jetzt ein absoluter Routinegriff für mich. Ein noch besseres Gefühl für meinen Körper inklusive. Mit meinen Erfahrungen möchte ich dir also keine Angst machen, sondern dich ermutigen. Es ist sowas von die „Mühe“ und Geduld wert, glaub mir. Hätte ich damals nicht gewusst, dass es wirklich funktioniert, weiß ich nicht, ob ich es weiterversucht hätte. Daher war mir der Beitrag hier auch wichtig.

Nach meiner Periode koche ich die Cup ca. zehn Minuten in Wasser aus und verstaue sie danach wieder im dazugehörigen Säckchen. Zwischendurch, also während meiner Periode, reicht ein Leeren und Ausspülen der Tasse unter fließendem Wasser. Das Säckchen gebe ich manchmal auch direkt zur Kochwäsche dazu, damit sich auch dort nichts festsetzen kann. Zur Not nehme ich auch gerne ein Glas zum Zwischenlagern.

Ich gehe damit zum Sport, ins Wasser, trage helle Kleidung, bewege mich frei und fühle mich sehr sicher. Sie ist praktisch, nachhaltig und sehr lange einsetzbar. Zudem spielte mein Kauf keinem Konzern in die Tasche, sondern denen, die es mehr brauchen und es verdient haben.

Tacheles. Periode.

Neben der Benutzung an sich – die zu Beginn wirklich etwas Übung oder Geschick benötigt – scheint ein großes Ablehnungs-Thema auch die Intimität zu sein. Ich persönlich finde es sehr schade, wenn ich von anderen höre, dass sie es befremdend oder eklig finden die Tasse einzusetzen oder rauszunehmen. Es ist doch dein Körper und die Periode an sich auch noch ein echtes Wunder. Eine automatische Reinigung, die ganz alleine vom Körper gesteuert wird und so wichtig ist für den ganzen Lebenskreislauf. Auf YouTube gibt es ein tolles Basic-Video darüber, wieso wir menstruieren und wer es uns gleichtut… Jetzt muss mir nur noch jemand sagen, wieso das eklig sein sollte und wieso wir nicht offen darüber sprechen.

Wir kommen da nunmal zwingend mit unserer Schleimhaut, Gewebe und Blut in Kontakt. Das ist ja auch gut und richtig so. Bei einem Baby lässt es doch auch keiner fallen oder berührt es nicht, mit der Begründung „das kam aus deiner Vagina – bäh“ . Ich finde es mittlerweile auch wichtig, mir auch den Inhalt der Tasse anzuschauen und Veränderungen festzustellen.

Falls ich nicht die einzige da draußen bin, die dachte da kommen im Lauf der Tage richtig viel Flüssigkeit zusammen, bin ich froh. Du wirst dich wundern wie wenig es doch ist im Verhältnis und wie lange die Cup jeweils reicht. 😅

Ich kann hier natürlich nur für mich sprechen, aber die Benutzung der Menstruationstasse hat mir definitiv ein noch besseres Gefühl für meinen Körper und meine Periode gegeben. Ich koche sie übrigens in einem ganz normalen Topf aus und trockne sie neben dem Herd in der Küche. Für mich gibt es keinen Grund, sie zu verstecken oder etwas zu diesem Thema zu verschweigen und freue mich immer, wenn das Thema offen angesprochen wird. Wieso auch nicht.

Wie sieht es bei dir aus?

Was benutzt du am liebsten während deiner Periode? Hast du auch eine Menstruationstasse und wenn ja – hat das bei dir sofort auf Anhieb geklappt? Ich freue mich über deine Erfahrungen zum Austausch und um andere zu ermutigen. Denn ich bin mir sicher, ich bin kein Einzelfall-Fan 😉

Disclaimer: das hier Geschilderte beruht auf meinen persönlichen Erfahrungen und enthält nur einen kleinen Ausschnitt dieser. Die Nutzung der einzelnen Produkte kann für jede Person anders aussehen.

Werbung unbezahlt, da Markennennung

Plastikfrei Einfrieren ohne Plastik
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Einfrieren (fast) ohne Plastik

Einfrieren kenne ich in erster Linie mit Gefrierbeuteln und Clips. Bei uns zuhause war das zumindest so. Gehackte Kräuter und manches Gemüse wurde in Plastikboxen aber das meiste in Gefrierbeuteln eingefroren. Ersteres macht natürlich Sinn, da die Dosen mehrfach benutzt werden, aber Gefrierbeutel machen überhaupt keinen Sinn. Für mich war das normal und ich dachte da gibt es auch keine anderen Möglichkeiten. Zum Beispiel wegen Gefrierbrand, Haltbarkeit oder sonst einem wichtigem Grund. Das ist aber quatsch, denn es gibt super viele Alternativen zum klassischen Einweg-Gefrierbeutel, die du vermutlich sogar schon zuhause hast und nicht mehr einkaufen musst.

Selbst einfrieren, statt kaufen.

Dank unseres großen Gartens und der wachsenden Fläche, die wir als Nutzgarten bewirtschaften, können wir uns für einige Wochen im Jahr nicht retten vor Ernte. Auf dem Weg zur Teil-Selbstversorgung kommen wir so nicht am Trocknen, Einmachen, Einmieten und Einfrieren vorbei. Im Gegenteil, je nach Gemüse hat jede Art der Haltbarkeit seinen eigenen Reiz. 

Um einen kleinen Überblick vorweg zu schaffen, liste ich hier mal auf, womit wir uns mittlerweile selbst versorgen aus dem Garten:

  • Knoblauch
  • Zwiebeln und Schalotten
  • Viele Kräuter
  • Lauch und Frühlingszwiebel
  • Karotten
  • Erbsen
  • Grüne Bohnen & Stangenbohnen
  • Himbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren und Brombeeren
  • Birnen (bei Äpfeln übersteigt unser Konsum leider aktuell noch die Ernte…)
  • Rhabarber
  • Kartoffeln

Selbstversorgung heißt in unserem Fall, dass wir durch das Jahr keines der genannten Gemüse zukaufen. Auch nicht im Winter. Das wiederum heißt für uns, dass wir die ganze Ernte sinnvoll haltbar machen müssen, damit wir auch in der „gartenärmeren“ Zeit davon leben können. Wie das gehen soll? Das ist gar nicht so schwierig

Auf die verschiedenen Methoden gehe ich in einem separaten Blogpost ein, hier geht es ja konkret um das plastikfreie Einfrieren. Das ist je nach Ernährungsweise aber überhaupt nicht so umständlich wie du vielleicht denkst. Selbst Suppen, Saucen und sonst Vorgekochtes lässt sich prima einfrieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das vor allem bei Gemüse und Obst sehr gut ohne Gefrierbeutel & Co. geht.

Was benötigst du dazu?

Zum einen natürlich geeignete Behälter mit Deckel und zum anderen einen Gefrierschank oder eine Gefriertruhe. Je nachdem können einige Gummis und Schnüre hilfreich sein, muss aber nicht. Wir frieren hauptsächlich in grösseren Gläsern mit ca. 500ml Volumen ein. Dafür eignen sich konisch geformte Einmachgläser oder Gurkengläser. Das kommt natürlich auch immer auf die Höhe der Schubladen an. Teste am besten aus, mit welche(n) Grösse(n) du Fläche und Höhe perfekt ausnutzen kannst. Ich bin da auch noch dran, da wir drei unterschiedlich hohe Schubladen haben und nicht immer alles nach Plan verläuft… 😉 Unser Gefrierschrank hat acht Schubladen. Zur höchsten Ernte-Zeit könnte er größer sein, aber meistens arrangieren wir uns und seit zwei, drei Jahren weiche ich auf weitere Methoden aus, wie z. B. das Einmachen und Trocknen.

ZeroWaste einfrieren
Zero Waste einfrieren mit Gläsern und Tüchern.

Erbsen & Beeren

Perfekt eignen sich dabei frische Erbsen – die sind trocken und kleben kaum aneinander, wenn sie in einem Glas eingefroren werden. Die sind quasi sogar einzeln entnehmbar in gefrorenem Zustand. Das gleiche gilt auch für alle oben genannten Beeren, außer Himbeeren.Himbeeren brauchen da eine kleine Vorab-Behandlung, wenn sie einzeln entnehmbar sein sollen. Die lege ich alle ganz trocken nebeneinander auf einen Teller, friere sie ein und dann kommen sie in gefrorenem Zustand ins Glas. Ohne diesen Zwischenschritt hast du leider schnell eine Masse / einen Brei aus den zarten Beerchen. Und der ist schwieriger portionierbar. 

Bohnen

Auch Bohnen lassen sich sehr gut im Glas einfrieren. Bei uns gibt es jedes Jahr einige Gläser mit ganzen Bohnen und einige mit gestückelten Bohnen. Was ich empfehlen kann, ist sie nur trocken bzw. roh einzufrieren. Wenn sie aber blanchiert sein müssen, dann solltest du darauf achten, dass sie do trocken wie möglich sind und sie nicht ins Glas quetschen. Das hat sonst einen ähnlichen Effekt wie bei den Himbeeren und du kannst sie ohne Vorlaufzeit zum Auftauen nicht so leicht entnehmen und portionieren. Wenn ich sie roh und trocken in ein Glas gebe, dann kann ich sie fast einzeln entnehmen und muss nicht gleich ein ganzes Glas auftauen. 
Kleiner Tipp für ein extra feines Aroma: ich friere immer einige Zweige Bohnenkraut mit den Bohnen ein. 

Karotten

Wir lieben Karotten. Sie passen in fast jede unserer alltäglichen Gerichte, von Gemüsesuppe, über Reispfanne bis zum Curry und sind daher für uns unentbehrlich. Allerdings mögen wir die gelben Rüben dann auch jeweils anders geschnitten. So lieben wir Scheiben in der Suppe und Sticks in der Reispfanne, kleine Miniwürfel für Saucenansätze und kleine Stücke für alles andere. Als separate Beilage und für Ofengemüse habe ich sie gerne ganz. Dafür verwende ich aber nur die kleinsten. Die einen Karotten schneide ich bei uns daher vor dem Einfrieren in Scheiben, die anderen in Stifte und den Rest in kleine Würfel. Die Stifte kann ich auf Wunsch ja auch noch zerkleinern. Ich koche auch die Karotten nicht vor und schaue, dass sie so trocken und locker wie möglich in die Gläser kommen.

Lauch

Unseren Lauch habe ich schon in ca. 5cm langen Stücken eingefroren (haben da ein tolles Rezept für einen Auflauf…) oder ganz einfach in Ringen. Wenn du ihn halbierst kannst du auch die größten Lauchstangen als „universell“ nutzbare Lauchringe einfrieren. Beim Lauch tritt gerne noch Saft aus nach dem Schneiden. Hier lohnt es sich eher kleine Gefäße zu verwenden, wenn du nicht auf einmal 300g oder 400g Lauchringe benötigst.

Genauso verfahre ich übrigens mit Stangensellerie.

Kräuter

Alle Kräuter, die zum Einfrieren geeignet sind, schneide ich klein und gebe sie in ein Glas. Nicht drücken, dann können sie ziemlich gut entnommen werden Was ich nicht kleinschneide ist Basilikum. Da gebe ich die Blätter in Gläser und friere sie am Stück ein. Sie lassen sich einen ganz kurzen Moment auch noch „zerrieseln“, falls du doch kleinere Teile zum Kochen braucht.

Jetzt noch zu Dingen, mit denen wir uns nicht selbstversorgen, die aber auch ihren Platz in unserer Gefriertruhe finden. 

Brokkoli, Sellerie Blumenkohl, Kohlrabi, Romanesco & Co.

Davon haben wir bei weitem nicht genug im Garten und ich kaufe sie bei unserem Biobauern im Dorf zu. Vom Kohl friere ich meist schon vorportionierte, rohe, Blütenköpfe ein. D. h. ich schneide oben den Kopf ab und friere die kleinen Köpfe alle in mehreren Gläsern ein. Den Strunk schneide ich klein und gebe ihn in ein separates Glas, das ich liebevoll „Füllstoff Suppe“ nenne. Da kommt immer wieder mal rein, wenn ein „Abfall“ nicht direkt verwendet wird aber eigentlich einwandfrei essbar ist. 

Brot

Dass man Brot easy einfrieren kann, weiß vermutlich jeder. Dass es auch plastikfrei geht, ging ziemlich vergessen. Früher wurde Brot einfach in dick in ein Geschirr- oder Handtuch eingewickelt eingefroren. Wir machen das nun schon seit Jahren so und wenn du es am Stück lässt, siehst und schmeckst keinen Unterschied zum Gefrierbeutel. Einzig, wenn du in Scheiben einfrierst, dann siehst du einen kleinen Unterschied auf der Schnittfläche zum frischen Brot. Wir nehmen die Brote aber direkt aus der Gefriertruhe und stecken sie in den Toaster. So bekommen sie direkt feine Röstaromen und sind aufgetaut, ohne auszutrocknen. 

Käse

Käse friere ich auch entweder in Gläsern ein oder wickle ganze Stücke gut in Papier. Da musst du rausfinden, was für dich passt, denn für jeden Käse eignet sich etwas anderes besser, habe ich das Gefühl. Wenn wir uns aber bspw. Fondue-Käse reiben am Anfang der Saison, dann kommt der in Gläser oder übrige Plastikbehälter. Das geht sehr gut. 

Suppen, Saucen, Vorgekochtes

Flüssige Dinge wie Suppen oder Saucen, aber auch Vorgekochtes und Vorgebackenes können ohne Problem eingefroren werden. Suppen und Saucen, die wir extra vorkochen (Stichwort Mealprep ;-)) oder übrig haben, kommen bei uns einfach in ein Glas mit mind. 2 cm Luft zum Deckel. Flüssigkeiten dehnen sich aus beim Gefrieren und dieser Rand sorgt dafür, dass das ohne Überlaufen passieren kann. Wenn ich beim Vorkochen von Brühe mal eine Flasche zu voll gefüllt habe oder mir einfach nicht sicher bin, ob der Rand reicht, dann lege ich den Deckel nur leicht auf und stelle sie in ein Gefäß, bis alles gefroren ist.

Bei Vorgekochtem ist es noch einfacher. Festere Beilagen wie Reis, Pasta oder Getreide gefrierst du am besten ohne Sauce ein. Bei breiigen Speisen wie Polenta, Kartoffelbrei usw. spielt es keine Rolle, da kann die Sauce auch direkt mit dem Rest eingefroren werden.

Fleisch, Speck, Wurst

Zu Beginn hatte ich kurz erwähnt, dass das plastikfreie Einfrieren viel einfacher ist, als du vielleicht denkst, es aber auch von der Ernährungsweise abhängt. Eine fleischlose oder -arme Ernährung ist hier klar im Vorteil. In unserem Haushalt ist das leider noch nicht der Fall. Wir haben immerhin das Glück, dass das Fleisch was bei uns noch konsumiert wird, von einem örtlichen Bauern stammt. Das bedeutet aber auch, dass wir auf einen Schlag einige Produkte unterbringen müssen in der Gefriertruhe und ich gebe zu: am einfachsten geht das definitiv in Beuteln. Da wir aber einfach keine Gefrierbeutel mehr zuhause haben, musste ich mir hier also auch mehrfach aushelfen. So wurden alte Lunchboxen, die ich nicht mehr täglich im Einsatz habe, wieder rausgekramt und Einmachgläser müssen für z. B.  zwei oder drei Bratwürste hinhalten. In Stücke geschnittenes Fleisch kannst du auch in einem Glas einfrieren, allerdings sollte das konisch geformt sein und keinen engeren Hals als Körper haben. Das erleichtert das Entnehmen und Auftauen. 

Du siehst, hier wird es also etwas komplizierter. Speck habe ich auch schon wie Brot in Geschirrtücher eingewickelt, aber ob das nicht zulasten des Aromas geht, kann ich nicht beurteilen. Bei uns geht der alte Bestand an Plastikbehältern daher sehr gut auf mit der Notwendigkeit, das Fleisch einzufrieren. 

Gemüse Zero Waste tiefkühlen
Einfrieren in Gläsern funktioniert bei Obst, Gemüse und weiteren Lebensmitteln bestens.

Der Nachteil Platz, aber…

Es benötigt ein wenig mehr Platz, aber auch hier bringt das Vorteile, wie z. B. die deutlich bessere Übersicht und die mehrfache Verwendung. Ich habe schon Gefrierbeutel häufig wieder benutzt, bis sie löchrig waren, aber an die Haltbarkeit von Glas oder andere Materialien, kommt das natürlich nicht. Der größte Vorteil für mich persönlich ist aber sowieso, dass meine Lebensmittel so gut wie nicht mehr mit Plastik und dessen Weichmachern in Verbindung kommt und ich keine (Fast-)Einwegprodukte wie Gefrierbeutel mehr benötige. Für einen nachhaltigeren Alltag versuchst du ja, so viele Einwegprodukte wie möglich zu vermeiden und wo möglich auf Mehrweg umzusteigen.

Und wieder ein Schritt geschafft, auf der Reise zu mehr Nachhaltigkeit in unserem Leben. Schön, oder?

Roggenmehl, Roggenkörner und Schälchen
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Zero Waste Haarewaschen

Es gibt zahlreiche Beiträge zum Thema No-Poo oder Zero Waste Haarewaschen. Dennoch möchte ich dir meine Erfahrungen schildern, denn ich habe immer wieder das Gefühl, dass meine gewählte Methode viel besser als ihr Ruf ist. 😉 In Vergleichen landet sie nämlich immer wieder auf einem der letzten Plätze: das Haarewaschen mit Roggenmehl. Ich wasche meine Haare seit fast einem Jahr nur noch mit Roggenmehl und Wasser und bin super happy. That`s it. 

Meine Haare und wie es dazu kam

Vorab möchte ich euch aber eine kurze Einführung zu mir und meinen Haaren geben. Das ist transparenter und schafft Verständnis um die Erfahrungen einzuordnen.

Meine Haare sind glatt und dünn und variierten die letzten Jahre immer wieder in der Länge von einem Long-Bob zu langem Haar. Sie fetten relativ schnell nach und man sieht am Ende des ersten Tages schon, dass sie nicht mehr frisch gewaschen sind. Fürs Büro muss ich sie am zweiten Tag dann schon zusammenstecken oder hochbinden. Den dritten Tag erleben sie meistens nicht, da muss ich sie waschen. Mich nervt das schon ziemlich und letztendlich war das auch ein Grund, weshalb ich im Januar 2020 die water-only Methode ausprobiert habe. Mein Mann und ich waren längere Zeit auf Reisen und ich habe die Gelegenheit einfach genutzt, aber dazu dann unten mehr. 

Haarewaschen und meine Haare

Ich verwende schon seit über zehn Jahren nur Naturkosmetik-Shampoos und kenne mich daher nicht gut aus mit konventionellen Produkten. Außer, dass ich bei Freundinnen immer fand, dass es herrlich duftet, fehlte mir daher auch nie etwas. Irgendwann, als das Thema Mikroplastik und unnötige Verpackungen mehr in den Vordergrund kamen, habe ich den Versuch mit festem (Naturkosmetik-)Shampoo und Seifen gewagt. Die Details dazu lest ihr weiter unten. Im Herbst 2019 habe ich dann mehrfach von No-Poo Methoden gelesen und water-only entdeckt. Ziemlich begeistert von den Resultaten, die ich auf Instagram, YouTube & Co. gefunden habe, war ich neugierig. Da wir Januar bis März 2020 sowieso auf Reisen waren, war das der ideale Zeitpunkt um das mal auszuprobieren. Und zwar ohne mir abenteuerliche Frisuren und Kopfbedeckungen auszudenken für Einladungen oder fürs Büro… Und gleich vorweg: im Büro hätte ich das wohl kaum durchgehalten. Ich ziehe den Hut vor allen, die das im Alltag ausprobieren und durchhalten mit ähnlicher Haarstruktur. So, genug zu meiner „Vorgeschichte“. 

Viel Müll und mehr als 500 Chemikalien jeden Tag

Deine Haare nicht mehr mit einem klassischen Shampoo aus der Flasche und mit schädlichen Zusatzstoffen zu waschen, ist eine der einfachsten Wege, auf Müll zu verzichten und nachhaltiger zu leben. Es gibt neben der Verpackung schließlich viele weitere Gründe, auf die konventionellen Produkte zu verzichten. Neben Mikroplastik sind immernoch Weichmacher und Silikone versteckt und es sind unzählige Chemikalien enthalten.

Wusstest du, dass wir uns jeden Tag im Schnitt über 500 verschiedene Chemikalien auf die Haut schmieren? Ich bin mehr als dankbar, dass ich diesen Durchschnitt schon immer gesenkt habe, dank der wohlwollenden Erziehung meiner Mama. Das heißt allerdings auch, dass irgendjemand meinen Anteil mit deutlich mehr als 500 schädlichen Stoffen ausgleicht.

Festes Shampoo oder Shampoo-Bit

Festes Shampoo oder ein Shampoo-Bit sind streng genommen nicht so anders wie das reguläre Shampoo, kommen aber immerhin ohne Verpackung aus. Auch hier gibt es herkömmliche Produkte (inkl. Chemikalien) oder aber Naturkosmetik. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei den Naturkosmetik-Versionen, die ausschließlich natürliche Inhaltsstoffe enthalten, eine saure Rinse nötig ist und das Ergebnis von herkömmlichen Naturshampoos abweichen kann. 

In festem Shampoo von konventionellen Marken wie zum Beispiel Lush oder Nivea (absolut gar keine Werbung, obwohl Markennennung) sind die gleichen unnötigen und hautreizenden Tenside oder gar Mikroplastik enthalten wie in den Shampoo-Flaschen. Sensible Personen – aber eigentlich alle – sollten unbedingt darauf verzichten und stattdessen zu natürlichen Produkten wie z. B. von Rosenrot, Klar usw. umstellen. (Werbung, da Markennennung) Übrigens sind auch in den natürlichen Shampoo-Bits Tenside enthalten, die sind jedoch sensibler zur Haut und in zertifizierter Naturkosmetik erlaubt.

Anwendung

In der Anwendung ist ein festes Shampoo wie Seife. Du schäumst es mit Wasser auf, verteilst es auf deinem Kopf und spülst es aus. Wie gesagt habe ich die Erfahrung gemacht, dass es bei Naturkosmetik je nach Produkt (und Haar) eine saure Rinse braucht. Das galt bei mir auch bei der nächsten Methode – der Seife – daher kurz zur Erklärung:

Saure Rinse
Eine saure Rinse besteht bei meiner Haarlänge aus zwei Esslöffeln Apfelessig auf einen Liter kaltem Wasser. Nachdem du deine Haare gewaschen hast, gibst du die Rinse vorsichtig über den Kopf. Vom Haaransatz nach hinten – keine Angst der Essigduft verfliegt wenn die Haare trocknen. 

Ich benutze die Saure Rinse übrigens auch ab und an mit meiner Roggenmehl-Routine, denn sie wirkt wie eine Spülung. Sie reguliert den ph-Wert und legt sich schützend um deine Haarstruktur. Dadurch lassen sich die Haare besser kämmen und glänzen richtig schön – ganz ohne Chemie.

Seife

Eigentlich müsste die Überschrift Aleppo-Seife heißen. Ich habe bisher nämlich lediglich die bekannte syrische Olivenöl-Seife getestet und keine andere Seife speziell für die Haare.

Aleppo-Seife besteht zu 100% aus Olivenöl und ist ein wahres Wundermittel im plastikfreien Haushalt. Durch diese Reinheit ist sie auch vollständig biologisch abbaubar und wir können sie komplett nutzen, wenn wir Reisen, Campen oder sonst in der Natur sind. Also ein echtes Universal-Produkt.

Man bekommt sie unverpackt oder in Papier, offline wie online. Meist ist es ein recht großer Block, aber wir schneiden uns immer handliche Stücke ab. Auch wenn es die Aleppo-Seife nicht als Shampoo geschafft hat bei mir, verwende ich sie zum Duschen und Rasieren trotzdem sehr gerne. Ich habe noch gesehen, dass sie auch mit Lorbeeröl erhältlich ist. Das duftet sicher herrlich und wir wollen sie auch mal ausprobieren. Falls du schon Erfahrung mit dieser Variante hast, würde ich mich über Infos freuen.

Anwendung

Die Anwendung ist genau gleich wie bei festem Shampoo, wobei ich Seife jeweils sparsamer einsetzen konnte und das auch bei meinem Mann beobachtet habe. Er hat gerne viel Schaum und meint sonst, dass walnussgroße Portionen auch für seinen Kurzhaarschnitt nötig sind… 😉

Wichtig bei festem Shampoo und Seife ist übrigens, dass du die Haare sehr gut ausspülst. Rückstände machen die Haare „wachsig“ und klebrig. Außerdem sind sie dadurch schwerer und gerade bei feinem und dünnem Haar will man das ja definitiv nicht.

Water-only

Das wäre eigentlich meine Lieblingsmethode meine Haare zu waschen. Nachdem ich die Videos von Katharina Thürer angeschaut hatte, war mir klar, dass ich das ausprobieren muss. Die Haare wäschst du dabei einfach nur mit Wasser und den Talg bürstest bzw. verteilst du in die ganze Länge. Alles was du benötigst sind Wasser, eine Holzbürste mit Naturborsten und etwas Ausdauer. Wieso? Das erkläre ich dir jetzt.

10 Tage Entgiftung

Grundsätzlich ist es so dass man seine Haare vorher ordentlich durchfetten lassen soll. Ganze zehn Tage lang. Das dient der Entgiftung von Rückständen aus Shampoo & Co. die sich noch in deinen Haaren befinden. Das ist entscheidend für deine Haargesundheit und den weiteren Verlauf. Also habe ich das gemacht und es war wirklich nicht ohne. Die ersten drei Tage waren ok, aber dann wurde es schwieriger und die Haare fingen an stark nach Talg zu riechen. Ist ja logisch, sie werden einfach eine Zeit lang nicht gewaschen – auch nicht mit Wasser ausgespült. Wichtig ist das tägliche Bürsten und die Bürste danach auszuwaschen. Mit dem Bürsten verteilst du den Talg im Haar und befreist die Kopfhaut. Nach einigen Tagen haben sich bei mir viele weiße Schüppchen gebildet direkt am Haar (nicht auf der Kopfhaut). Die sind aber überhaupt nicht schlimm, denn genau das sind die Rückstände, die wir loswerden wollen. Entgegen anderer Erfahrungen hat es bei mir teilweise echt gejuckt und ich habe auch eine leicht schuppige Kopfhaut bekommen.

Die Bilder wurden unterwegs gemacht und bei den ersten beiden hat es richtig gejuckt, das weiß ich noch. Ich finde nach dem achten Tag sieht man schon recht gut, dass es tatsächlich wieder weniger fettig wirkt und sich anfängt selbst zu regulieren. 

Anwendung

Nach dem zehnten Tag kann man dann die Haare mit Wasser waschen. Dabei ging ich so vor, dass ich die Haare zuerst sehr gründlich und warm ausgewaschen habe. Ich habe es auch lauwarm versucht aber mit warmem Wasser hatte ich das Gefühl, mehr Sebum (Talg) rauszuwaschen. Bei mir hat es am besten funktioniert, indem ich einzelne Haarsträhnen genommen und gründlich „ausgestrichen“ habe.  Ein relativ starker Wasserstrahl hilft übrigens sehr bei Water-only. Manche schwören darauf, kopfüber zu waschen. Probier es einfach aus.

Ein echter Game Changer war bei mir das kalte Ausspülen am Ende. Du spülst deine gesamte Kopfhaut nochmals ordentlich durch mit lauwarmem Wasser. Das schränkt die Fettproduktion etwas ein und gibt deinen Haaren einen schönen Glanz. Am Ende kannst du gelegentlich auch einmal eine Saure Rinse auf Kopfhaut und Haare geben.

Nach dem Waschen lässt du die Haare am besten an der Luft trocknen, du kannst sie aber auch föhnen. Achte nur darauf, dass du den Föhn kühl einstellst, um die Talgproduktion auf der Kopfhaut nicht unnötig anzuregen. Jetzt kommt das, glaube ich, wichtigste bei der ganzen Sache: Kämmen, kämmen, kämmen. Und zwar mit einer Holzbürste, die natürliche Borsten hat. Das können Wildschweinborsten sein, es gibt aber auch andere, vegane, Borsten. Wichtig ist, dass sie natürlich sind und nicht aus Kunststoff. Das sorgt dafür, dass sie Fett am Ansatz aufnehmen und bis in die Längen verteilen können. Du siehst das auch an der Bürste. Erfolgreiche „water-only`s“ schwören auf die berühmten 100 Bürstenstriche pro Tag. Die Bürste musst du regelmäßig auswaschen mit Kernseife, Aleppo-Seife oder einer anderen milden Seife, um die ganzen Rückstände nicht wieder im frisch gewaschenen Haar zu verteilen. Das ist auch schon alles. 

Da sich deine Kopfhaut und die Haare erst richtig umstellen müssen, musst du dem Ganzen mindestens drei Monate geben. Das ist die gängige Meinung, die ich bestätigen kann.

Gute und schlechte Tage

Wie gesagt, es gab bei mir bessere und schlechtere Tage. Für meinen Geschmack wäre es perfekt, wenn ich einfach nichts anderes benötigen würde als Wasser. Leider hat es sich bei mir selbst nach sechs Monaten nicht eingestellt. Das liegt vielleicht an meiner eher fettigen Kopfhaut aber vielleicht habe ich auch etwas falsch gemacht. Allerdings habe ich auch das Gefühl, dass die Ernährung, das tägliche Trinken und der Zyklus eine große Rolle spielen. Übrigens habe ich gute News, falls du vegetarisch oder vegan lebst. Eine überwiegend pflanzliche Ernährung und sehr viel Trinken helfen sehr. Ich habe schon in kurzen vegetarischen Phasen einen deutlichen Unterschied bemerkt.

Für mich im Büro war es einfach nicht DIE Lösung, schließlich muss ich mich wohlfühlen und das war mir dann am Ende wichtiger. Allerdings würde ich nicht ausschließen, dass ich es nochmals probiere. Die ersten zehn Tage dürften aufgrund meiner aktuellen Routine wohl lange nicht so schlimm ausfallen, wie damals… Die besten Beweise, dass es funktioniert findet man im Internet, z. B. auf YouTube. Schau dir da nur Katharinas Haare an – ein Traum…

Natron und Wasser

Eine weitere natürliche Möglichkeit ist das Haarewaschen mit Natron. Dazu vermischt du zwei bis drei kleine Löffel Natron mit ca. 100–200ml Wasser. Auch hier spülst du deine Haare zuerst mit Wasser ordentlich durch. Bei mir hat sich wieder warmes Wasser bewährt. Dann gibst du die Natron-Wasser-Mischung auf die Kopfhaut und massierst es ein. Ich habe es immer einen kurzen Moment einwirken lassen und dann ausgespült. Achtung, in den Augen ist es nicht so angenehm. In Bezug auf die gefühlte Sauberkeit war Natron ein toller Erfolg.

Meine Haare fühlten sich richtig sauber an und haben gefühlt auch etwas weniger schnell nachgefettet. Allerdings habe ich das Natron nicht so gut vertragen. Das heißt, meine Kopfhaut hat trotz anschließender Saurer Rinse (wichtig, für den ph-Wert) mit Schuppen reagiert und hatte gerötete und juckende Stellen. Was für mich aber noch unangenehmer war, waren die Haut-Irritationen vor allem am Hals. Der hat ziemlich stark auf das Natron reagiert. Und das obwohl das Gemisch ja nur noch verdünnt daran herunterlief beim Ausspülen. Ich habe nun auch schon gelesen, dass es für die Kopfhaut bzw. dessen ph-Wert auf Dauer etwas zu extrem sein soll. Das kann ich aber aufgrund der wenigen Versuche nicht weiter beurteilen. 

Bio-Roggenmehl und Wasser

Last but not least meine aktuelle Variante. Sie ist absolut natürlich, superclever und nicht so aufwendig, wie viele denken. Die Natürlichkeit ist absolut gegeben – man verwendet nur Bio-Roggenmehl und Wasser. Super, weil sie das Haar mit vielen wertvollen Vitaminen, Mineralien, natürlichen Tensiden (daher ist sie auch etwas seifig im Gefühl) und Aminosäuren versorgt.

Erste Versuche mit selbstgemahlenem Vollkornmehl

Da ich das meiste von unserem Mehl selbst mahle, habe ich es ganz am Anfang mit Vollkorn-Roggenmehl versucht. Nicht zu empfehlen und man bekommt die gemahlenen Häutchen der Roggenkörner selbst bei glattem Haar irgendwie kaum aus den Haaren. Danach habe ich es jeweils gesiebt bevor ich es angerührt habe. So blieben die gröbsten Partikel im Sieb zurück. Das hat besser funktioniert, war aber noch nicht optimal. Für mich letztendlich die beste und praktischste Lösung war, ein 1050er Roggenmehl aus dem Unverpackt-Laden zu verwenden. Das lässt sich zu einer glatten Paste verrühren und ich habe seither keine Rückstände mehr in den Haaren – auch wenn’s mal schneller gehen muss. Einzige Nachteile für mich sind, dass ich es immer frisch anrühren muss (naja auch das dauert 30 Sekunden, jetzt wo ich das so schreibe…) und dass ich gefühlt etwas mehr Wasser benötige beim Duschen zum Ausspülen. Wobei das auch schon besser wurde.

Roggenmehl zum Anrühren
Vorbereitung ist für eher verplante Menschen das A und O: Ich habe immer Roggenmehl und ein Schälchen zum Anrühren im Badezimmerschrank.
Anwendung

Die Anwendung ist denkbar einfach. Für meine mittlere Haarlänge reichen jedes zweite Mal drei, sonst zwei Esslöffel 1050er Bio-Roggenmehl und etwas Wasser. Ich messe das Wasser nicht ab und gebe immer nur soviel in das Schälchen, bis eine gelartige Masse ohne Klümpchen entsteht. Mit der Zeit hast du deine ideale Konsistenz raus. Das Ganze gebe ich wie Shampoo auf die Kopfhaut und massiere alles ein. Durch die Tenside fühlt sich die Paste tatsächlich etwas seifig an und man spürt genau, wo noch etwas fehlt. Danach spüle ich es wie gewohnt, aber gründlich, aus. 

Ich lese immer wieder, dass es bei vielen zu einer kleinen Schweinerei in der Dusche ausartet und die Paste überall klebt und schmiert. Naja, nicht bei mir. Ich kann zwar fast nicht glauben, dass das von mir kommt, aber bei mir ist das definitiv nicht so. Ich habe kaum Paste an den Duschwänden oder sonst wo und achte auch nicht sonderlich darauf, vorsichtig zu sein. 

Wer sich mal mit einem selbstgemachten Kaffee-Peeling in der Dusche gepeelt hat, dem sei gesagt es ist nicht einmal 1/10 so schlimm 😉 Probiere es einfach selbst aus…

Volumen dank water-only

Mit dem Umstieg damals, zu water-only, hat sich meine Haarstruktur übrigens total verändert und meine Haare wurden griffiger und dicker. Das war ein riesiger Unterschied und die Mädels im Internet haben da überhaupt nicht zuviel versprochen. Glücklicherweise ist das Roggenmehl hier nicht kontraproduktiv und sie fühlen sich noch fast so griffig und „dick“ wie in den sechs Monaten water-only an.

Ich hoffe, mindestens eine Möglichkeit hat dich überzeugt und du legst direkt los sobald dein aktuelles Shampoo aufgebraucht ist. Übrigens finde ich, dass man bei der eisernen ZeroWaste- und Nachhaltigkeits-Regel „Nutze was du hast“ definitiv eine Ausnahme machen darf bei Kosmetik. Sobald du nämlich weißt, was da alles drin ist und du dich unwohl fühlst mit der vorhandenen Kosmetik voller Mikroplastik, Hormonen und Chemikalien darfst du die über den Hausmüll entsorgen. Aber das ist nur meine Meinung. Für mich gilt diese Regel hier ausnahmsweise nicht, denn es geht um deine Gesundheit. Vorausgesetzt natürlich, du kaufst danach nichts mehr nach mit diesen schädlichen Inhaltsstoffen.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Umstieg auf eine der obigen Methoden oder beim Austesten aller. Da die Ergebnisse so unterschiedlich sind bei jedem, freue ich mich über deine Ergänzungen, Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren. 

Welche Methode funktioniert bei dir am besten und welche würdest du gerne ausprobieren?

Behältnisse für den Zero Waste Einkauf
Zero Waste Home

Zero Waste einkaufen – ganz einfach

Nicht jeder hat den Luxus eines Unverpackt-Ladens in der Nähe. Es wäre zwar toll, aber nicht zwingend notwendig. Wir haben auch erst seit Juni 2020 einen solchen bei uns in der Nähe und mussten uns vorher anders behelfen. Wo ein Wille ist, ist ein Weg und mit ein wenig Improvisation kann man auch ohne Unverpackt-Laden vor Ort deutlich verpackungsreduziert einkaufen.

Zum einen findest du unverpacktes Obst und Gemüse beim nächsten Bio-Bauernhof oder auf dem Markt. Hülsenfrüchte, Nüsse, getrocknete Früchte, Gewürze usw. bekommst du da teilweise auch oder in arabischen Supermärkten. Gewürze sind je nachdem auch in einigen Reformhäusern und diesen „Teeläden“ erhältlich.

Zudem gibt es einige Onlineshops, bei denen man weitgehend unverpackt bestellen kann. Plastikfrei sind die besseren auf jeden Fall alle und Großgebinde in Verpackungen kaufen, spart ja einiges an Abfall. Große Papiertüten von Mehl und Pasta können zudem weiterverwendet werden, zum Beispiel als Müllbeutel oder für Papier im Arbeitszimmer.

Was bringt mir das?

Neben all den Bergen an Abfall und Plastikmüll überall auf der Welt bringt das viele ganz persönliche Vorteile mit sich. Seit ich mir mehr Gedanken zu unseren Einkäufen mache, spare ich Geld und viel Zeit. Geld, weil ich möglichst immer mit Liste losgehe und mir erlaube weniger Verpacktes zu kaufen und Zeit spare ich vor allem, weil ich nicht mehr jeden zweiten Tag in den Supermarkt rennen muss.

Wenn man alle seine „Erledigungs-Wege“ clever organisiert, ist es super leicht hier effizienter zu werden. Ich kaufe in der Regel nur noch alle zehn bis 14 Tage ein und wir haben immer frisches Obst und Gemüse da. Im Notfall frieren wir ein, wenn wir es doch nicht schaffen, es frisch zu essen. Aber wegwerfen müssen wir so gut wie nichts mehr. Mit einer Bestandsaufnahme am Anfang und einem Überblick über das, was du wirklich isst und damit regelmäßig verbrauchst, brauchst du zudem weniger Platz. Daher empfehle ich immer, erst einmal die Vorräte zu plündern – und zwar so richtig.

Wir haben während des „Hamster-Wahns“ im letzten Jahr einfach das Gegenteil gemacht und nur noch das nötigste, also Frisches, eingekauft. Alles andere haben wir im Sinne einer #eatupchallenge aufgebraucht. Macht tatsächlich Spaß und bringt einige Aha-Effekte mit sich…

Was brauche ich dazu?

In einem klassischen Unverpackt-Laden brauchst du lediglich Behälter und etwas, um alles nachhause zu tragen. Dazu musst du auch überhaupt nichts Neues kaufen, denn du hast sicher genug zuhause… Zum Beispiel eignen sich alle Arten von Aufbewahrungsdosen aus Kunststoff, Blech oder Karton, Papiertüten, Stoffbeutel oder Gläser. Bei den Gläsern können das Schnapp-Gläser, Schraubgläser oder auch einfach Flaschen sein. Wir verwenden diese Passata-Flaschen mit dem breiten Hals auch für Lebensmittel, die sonst nicht in Flaschen daherkommen. Es müssen nicht die tollen englischen sein, die gemäss Insta scheinbar in jedem Haushalt schon immer vorhanden waren…

Ich kann übrigens absolut verstehen, wenn du hübsche, einheitliche Gläser magst und habe einige zumindest sehr ähnliche Gläser auch offen im Küchenregal stehen. Was man aber immer wieder vergisst: die meisten Gläser stehen doch sowieso im Vorratsraum oder den Schränken. Kein Mensch sieht sie und alles ist schöner als bunte Plastikpackungen – glaub mir. 🙂

Da jedoch gerade größere Gläser für Getreide, Pasta, Reis & Co. ganz schön ins Gewicht gehen, verwende ich diese hauptsächlich für die Vorratshaltung zuhause und kaufe meist mit Stoffbeuteln ein. 

Unsere ersten drei waren Obst- und Gemüsenetze von Ecoyou (Werbung unbezahlt), die wir zu Weihnachten geschenkt bekommen haben. Die nutzen wir auch heute noch, wobei der Saum bzw. die Seitennaht oben nicht so belastbar ist bei den beiden größeren Beuteln. Der ist schon zwei Mal aufgegangen, was beim zweiten Mal wohl aber auch auf meine fehlenden Reparier- und Nähkünste zurückzuführen ist… Feine Dinge wie Reis, Zucker oder Linsen kann man mit diesen Netzen natürlich nicht abfüllen. Auch Kichererbsen sind nicht so clever – gibt eine große Schweinerei, da sich die Maschen dehnen mit dem Gewicht. 😉 Dazu sind klassische Stoffbeutel klar im Vorteil.

Stoffbeutel – nutze was du hast

Stoffbeutel kannst du zwar inzwischen auch in Bio-Qualität kaufen, nachhaltiger und sinnvoller ist jedoch, wenn du sie selbst machst. 

Theoretisch musst du sie nicht einmal selber machen, wenn du mal kreativ durch deinen Haushalt gehst. Alte Kissenhüllen eignen sich zum Beispiel perfekt, um größere Mengen Brot und Brötchen oder größere Mengen Lieblingspasta einzukaufen. Vielleicht hast du Wäschenetze mit Reißverschluss, die du nicht mehr nutzt oder mal etwas gekauft, was in einem Netz oder Beutel eingepackt war. Wäre alles denkbar.

Wir haben mal einen Lachs aus den Schottland-Ferien mit nachhause gebracht, der in einem Stoffsack verpackt war. Statt ihn wegzuwerfen, habe ich ihn zu Beginn einfach so verwendet und mit einer Schnur oben zugebunden. Mittlerweile hat er einen Tunnelzug bekommen. Nicht schön, aber er funktioniert. 

Was ich damit sagen möchte: du musst du kein Pro an der Nähmaschine sein. Ich bin das nämlich definitiv auch nicht und hab‘s auch geschafft, unseren Bedarf an Stoffbeuteln selbst zu nähen. 

Stoffbeutel selber nähen, aber clever 

Mit etwas Kreativität kannst du da sogar richtig viel Zeit sparen, oder würdest du erkennen, dass meine Beutel mal eine Schlafhose und eine Boxershort waren? 😉 Zeit gespart habe ich insofern, dass ich einen Teil verwendet habe, der sowieso schon an zwei Enden vernäht, also schlauchförmig, war. Bei mir waren das die Beine einer alten Baumwoll-Schlafhose, die oben am Bund zerschlissen war. Also habe ich den Schrittbereich abgeschnitten und die Hosenbeine zu insgesamt fünf Beuteln in verschiedenen Größen vernäht. Das Gleiche habe ich mit einer Boxershort gemacht, die auch am Bund ausgeleiert war. Als Schnur habe ich genommen, was ich sowieso da hatte. Wollschnur, Häkelgarn, den Bändel der Schlafhose, Schnürsenkel usw. Wie ich die Beutel genäht habe, lest ihr weiter unten. Man sieht sofort, dass sie nicht gekauft und handgemacht sind, aber mich stört das nicht – da überwiegt klar die Freude darüber, dass ich nichts Neues kaufen musste…

Stoffbeutel für den Zero Waste Einkauf
Ein Teil unseres Stoffbeutel-Sortiments für den Zero Waste Einkauf

Von links nach rechts die zwei rosa gestreiften Beutel (zwei davon sind noch in der Wäsche), darunter einen der beiden Boxershort-Beutel, darüber der „Lachsbeutel“ und rechts davon die drei Ecoyou-Netze in den Größen S, M und L (Werbung unbezahlt). Aus den Ärmeln eines alten Longsleeves habe ich außerdem mehrere kleine, fliederfarbene Beutel gemacht für belegte Brote (Mitte unten). Auch bei diesen gilt das Prinzip – so einfach wie möglich. Die Ärmel müssen ja auch nur oben und unten vernäht werden. 

Ach ja, und beim kleinsten unten seht ihr direkt den Beweis für meine nicht vorhandenen Nähkünste. Ich dachte so ein Gummizug (eingenähter Gummi) muss doch ganz einfach sein. Tja, ging in die Hose aber benutzt wird das Säckchen jetzt trotzdem für belegte Brote und ich muss immer schmunzeln, wenn ich es in die Hände bekomme. 

Stoffbeutel aus Hosenbein oder Ärmel nähen:

  1. Höhe der Beutel zuschneiden (Breite ist ja schon gegeben) 
  2. Teile auf links drehen
  3. Zwei gerade Nähte nah übereinander für den Boden nähen. Über die ganze Breite und gut nach vorne und zurück vernähen. Sieht man später ja nicht, aber sorgt dafür, dass sie nicht so leicht aufgehen.
  4. Schnur einziehen

Wie du so einen Tunnelzug bzw. auch den ganzen Beutel im Detail näht, kannst du in zahlreichen Tutorials, mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen anschauen. Und wer weiß – vielleicht gefällt dir die Handarbeit so gut, dass du dich schon bald an neue Projekte traust. Für die Nachhaltigkeit in deinem Zero Waste Home (und dein Portemonnaie) ist es auf jeden Fall von großem Vorteil, wenn du handwerklich und an der Nähmaschine die Basics kennst. Am Schluss habe ich übrigens einfach alle Beutel abgewogen und mit einem Stift das Gewicht vermerkt. So muss ich nicht jedes Mal wiegen.

Falls du keine Nähmaschine hast, dann leih dir erst einmal eine aus, bevor du eine kaufst. Und wenn du es dir wirklich so gar nicht zutraust, dann frag doch mal in der Familie oder bei Freunden nach. Es gibt immer jemanden, der daran Freude hat und den du um Unterstützung bitten kannst. Du weißt ja selbst am besten, wo deine Stärken liegen und wie du dich bedanken kannst. Viele helfen für ein paar heiße Zimtschnecken, kostenlose Steuerratschläge, eine gute Pasta oder handwerkliche Unterstützung sehr gerne… 😉

Was haben wir trotz allem zugekauft?

Wir haben seit unserer Umstellung drei große Schnapp-Gläser dazugekauft. Und das auch erst nach einigen Monaten, nachdem wir wirklich sicher waren, dass wir sie brauchen. Natürlich gebraucht – die kann man ja heiß ausspülen und dann sind sie wie neu. Wir hatten in dieser Größe nichts und brauchten einfach noch große. Im Nachhinein hätte ich aber nicht einmal diese drei gebraucht, weil ich mittlerweile weiß, dass einige Großküchen auf nette Anfragen hin auch kostenlos Gläser abgeben. Gläser, in denen zum Beispiel vorher Essiggurken waren. Die sind schön groß für Lebensmittel, die man oft und in größeren Mengen benötigt.

Es muss übrigens auch nicht immer superhübsch und mangelfrei sein. Unser Vogelfutter bewahren wir beispielweise in einem alten Tontopf auf, den wir im Keller fanden. Der hatte keinen Deckel und war von außen leicht beschädigt, innen aber noch intakt. Also haben wir einen passenden Deckel zugesägt und benutzen ihn seither für alles „Mäuseempfindliche“. 

Wie kaufst du ein – was hast du für kreative Lösungen gefunden in deinem Haushalt? Ich bin gespannt, was es da noch alles für tolle Ideen und Inspirationen gibt.

Zero Waste Home

Erste Schritte zu weniger – Ablehnen und Ausmisten

Nachhaltigkeit in deinen Alltag zu bringen ist eigentlich ganz einfach. Es gibt da allerdings ein paar Grundsätze, die ich mir immer wieder vor Augen führe und wichtig sind für alle nachfolgenden Schritte. Damit wirds einfacher, finde ich.

3 wichtige Grundsätze

  1. Was treibt dich an? 
    Der Start findet in deinem Kopf statt. Du möchtest es aus Überzeugung und weißt genau wieso? Prima, dann kannst du es auch. Falls es dir hilft, kannst du es dir irgendwo aufschreiben. Irgendwo, wo es dich regelmäßig daran erinnert, weshalb du das machst und willst. 
  2. Nichts ist nachhaltiger als das was du schon hast.
    Das war für mich am Anfang schwierig zu akzeptieren und ich denke darauf gehe ich in einem separaten Post mal näher ein. Wichtig ist, dass du nicht nervös wirst und dich nicht von einer Scheinwelt „influencen“ lässt. Es ist definitiv nicht nachhaltig, alle deine Aufbewahrungsboxen aus Plastik wegzuwerfen und gegen stylishe Glas- oder Edelstahlboxen mit Deckel einzutauschen, nur weil dir Instagram-Bilder das Gefühl geben, dass es so aussehen muss. 
  3. Es dauert und das muss man akzeptieren.
    Du wirst nicht innerhalb von wenigen Wochen alles umstellen. Das geht nicht, wenn es nachhaltig sein soll. Nachhaltigkeit wird definiert durch Begriffe wie stark, robust und dauerhaft. Was sich über Jahre angehäuft hat, kann nicht in wenigen Wochen komplett verändert und entrümpelt werden. Und dabei meine ich nicht nur Materielles sondern auch die eigenen Denkweisen und Routinen. Es ist ja vor allem auch nicht nachhaltig wie in meinem Fall 200 konventionelle Teelichter in wunderbarer Alu-Hülle wegzuwerfen, nur weil ich sie nie wieder kaufen würde. Genauso steht es um meinen Bestand an Papier-Servietten. Die einfach wegzuwerfen wäre einfach gewesen – aber nicht nachhaltig. Stattdessen bediene ich mich gelegentlich immernoch davon – nicht zuletzt, weil ich aus einem alten T-Shirt Stoffservietten geschnitten habe und wir eigentlich nur noch die benutzen… Ich freue mich einfach auf den Tag, an dem ich kaum mehr welche hab und dieser Korb (Foto oben) nur noch Stoff beinhaltet.

Einer meiner ersten Erkenntnisse war also, das zu akzeptieren und einzusehen, dass ich mein Verhalten ändern muss. Nur so ist es auch wirklich nachhaltig. Danach bin ich wie folgt vorgegangen:

1. Refuse – lerne etwas abzulehnen.

Die 5Rs zu Zero Waste – in der Theorie ganz einfach, aber in der Praxis eine echte Herausforderung. Vor allem der erste Schritt zu „Refuse“ war bei mir eine große Umstellung. Und „war“ ist hier wohl etwas übertrieben, ich stecke da noch mittendrin…

Bea Johnson erklärt in Zero Waste Home, dass man sich das am besten so vorstellt. Mit jedem „Ja“ zu einem Kugelschreiber, einem Feuerzeug, einer Tüte, Shampoo aus dem Hotel oder einer Plastikflasche und vielen weiteren „Kleinigkeiten“, generiere ich jedes Mal auch eine Nachfrage. Je weniger ich annehme, desto weniger habe ich dann auch zuhause und desto weniger muss ich entsorgen, ausmisten oder instandhalten.

Das gilt übrigens auch für Werbepost. Wir haben auf unseren Briefkasten „Bitte keine Werbung“ stehen. Wenn sich mal wieder Werbepost oder ein Katalog verirrt, mache ich ein Foto mit dem Handy und schicke meine Bitte per Mail an den Händler. Funktioniert einfach und schnell. So haben wir unser Altpapier um mindestens 50% reduziert. 

2. Reduce – was brauchst du (und kannst du nicht ablehnen)?

Beim Ausmisten und Reduzieren kann man schon mal den Überblick verlieren und es kann einen schnell überfordern im Alltag. Wer hat schon zwei Wochen am Stück Zeit, um sich nur seinen Zimmern und Schränken zu widmen… Daher habe ich jeden Bereich einzeln und teilweise auch nur einen Schrank oder eine Schublade am Abend durchgeschaut. Außer bei Kleidung. da empfehle ich eine Ausnahme zu machen.

Kleidung ist am einfachsten? Ja, klar… 

Nach Marie Kondo startest du bei der Kleidung. Schon hier, in der (laut ihr) einfachsten Kategorie, war ich unsicher. Behalten oder nicht? Bin ich mir sicher? Könnte ja mal passen? Ich habe ja sonst nichts Passendes in lila usw. Hier bin ich total froh, nach ihrem System vorgegangen zu sein. Zum einen um den Anfang zu machen und zum anderen um mir vor Augen zu führen was ich alles (zu viel) hatte.

Zuerst habe ich alle (!) Kleidungsstücke aufs Bett gelegt und den Schrank kurz ausgesaugt und ausgewischt. Danach habe ich Stück für Stück in die Hand genommen. Dabei musst du ehrlich zu dir sein. Ziel ist ja, dass du danach nur noch Stücke hast, in denen du dich wohl fühlst, die dir stehen, dein Stil sind und dir vor allem ein gutes Gefühl geben. Wie gesagt musst du ehrlich sein – wer bist du und nicht „wer wärst du gerne“ lautet die Devise. 

Falls du Netflix hast, kannst du dir auch die Serie von Marie Kondo anschauen. Bedingungslos empfehlen würde ich sie aber nicht. Aber als Inspiration zum Start kann sie durchaus motivieren. Als Faustregel gilt aber: für jedes Stück was nach dem Ausmisten reinkommt, muss eines raus.

Tipps, um besser vorwärts zu kommen:

Ich habe gleich zu Beginn alles, was ich in den letzten vier Wochen getragen habe sowie alle Lieblingssachen rausgesucht. Das war also direkt mal vom Stapel. Zudem hat mir ein „Vielleicht“-Stapel für die schwierigen Teile geholfen. Den habe ich an einem anderen Tag dann nochmals kritisch angeschaut und teilweise auch Dritte nach ihrer Meinung und Einschätzung gefragt.

Ähnlich wie beim Kleiderschrank nur in etwas kleinerem Umfang, bin ich in den anderen Bereichen des Haushalts vorgegangen.

Auf direktem Wege in die Mülltonne…

Jetzt stehst du da vor so vielen Dingen, von denen du dich befreien möchtest. Kleidung, die du nicht mehr trägst, zehn Essteller, zig Schüsseln für die du keine Verwendung mehr hast (vermutlich noch nie hattest…) usw. Nun stellt sich die Frage wohin damit.

Der einfachste Weg wäre ab in die Mülltonne und den Altkleidercontainer. Beide Themen – Restmüll und Altkleider – wären separate Posts und würden diesen hier noch länger machen. Meine Meinung dazu: Bitte bitte nicht in die Mülltonne oder den Kleidercontainer, solange etwas reparabel ist. Stattdessen bieten sich Secondhand-Plattformen, Wohltätigkeitsorganisationen oder der Freundes- und Bekanntenkreis an.

Second Hand Plattformen

Secondhand-Plattformen boomen aktuell und können dir immerhin einen kleinen Verdienst einbringen (natürlich sehr individuell). Allerdings besteht hier auch der große Nachteil, dass die Dinge, die du eigentlich loswerden möchtest, weiterhin in deinem Leben sind. Einfach in einem anderen Raum. Vom Platzbedarf mal abgesehen. Kleidung hat bisher gut funktioniert bei mir, beim Rest kommt es sehr darauf an. Erwarte einfach nicht, dass billig produzierte Dinge viel Geld einbringen.

Verschenken an Freunde und Bekannte

Bei letzterem war ich auch sehr vorsichtig und habe das nur bei Dingen gemacht, bei denen ich ein gutes Gefühl hatte. Schließlich merkst du immer mehr, wieviel alle um einen herum besitzen. Da will man teilweise also nicht noch mehr Ballast in die Haushalte und Kleiderschränke bringen.

Spenden an wohltätige Einrichtungen

Das schönste und erfüllteste Gefühl ist für mich eindeutig die zweite Option – das Spenden. Ich habe damit relativ spät erst angefangen und zuvor versucht alles zu verkaufen. Genau aus den obigen Gründen, war das zwar ein kleiner Verdienst aber auch belastend. Unser ganzes Arbeitszimmer stand zeitweise voll mit ausgemisteten Dingen. Mittlerweile hat sich das gewandelt und ich habe das meiste an Haushaltsgegenständen gespendet statt verkauft. Man tut etwas Gutes, es ist nachhaltig und das Gefühl ist mit Abstand das tollste.

Ich habe übrigens immernoch zwei Zimmer, in denen ich noch nicht wirklich reduziert habe. Und trotzdem haben die bisherigen Entscheidungen und Erfolge schon so viel verändert.

Reduzieren macht dir nochmals deine aktuellen Kauf- und Konsumgewohnheiten bewusst. Es verhilft dir zu mehr nachhaltigen Gewohnheiten und einem echten Umdenken. Zudem macht es glücklich und du sparst bares Geld.