Zerbrochene Butterdose
Nachhaltigkeit

Zero Waste Home: Repair – Reparieren

Vor einiger Zeit habe ich die 5Rs vorgestellt. Für uns gibt es aber eigentlich noch ein sechstes R: REPAIR– Reparieren

An sich gehört das Reparieren in die Kategorie Reuse – Wiederverwenden. Für mich ist Dinge zu reparieren und Instand zu halten aber eine so wichtige Säule im nachhaltigen Alltag, dass ich sie eher separat betrachte. Dinge zu reparieren, verbunden mit einem geringeren und bewussteren Konsum und weniger Ressourcenver(sch)wendung, ist für mich das Wichtigste. Und das Beste daran: es spart Unmengen an Geld

Buy less, choose well, make it last. 

Vivienne Westwood

So ein schönes und wahres Zitat. Der zweite Teil davon zielt klar darauf ab, dass man seine Dinge pflegt und dafür sorgt, dass man lange Freude daran haben kann. Das gilt für so ziemlich alles in unserem Haushalt und um uns herum. 

Das Nachhaltigste besitzt du schon. Make it last.

Ganz klar: das Nachhaltigste überhaupt ist das was gar nicht erst produziert werden muss. Aber gleich danach kommt das zu nutzen, was du bereits hast und dir schon zur Verfügung steht. Und wenn davon mal etwas beschädigt wird oder kaputt geht, dann repariere es und „make it last“. 

Konkret heißt das:

  • Qualität vor Quantität – je qualitativer der von dir gekaufte Gegenstand ist, desto eher ist er auch reparabel und für den längeren Einsatz gedacht. Wenn du etwas aus einem langlebigen Material kaufst wie z. B. aus Holz- oder Metall, dann ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass es reparierbar ist. Natürlich ist es grundsätzlich auch so, dass qualitativ hochwertigere Dinge länger funktionieren und nicht für eine kurze Dauer ausgelegt sind. 
  • Trage deine Kleidung bis sie nicht mehr reparierbar ist und kaufe erst dann neu.
    Ich arbeite im Büro und wir haben einen leichten Dresscode. Trotzdem würde ich ungern mit einem an drei Stellen auf der Brust geflickten T-Shirt oder einer ausgedünnten, total verwaschenen Hose bei der Arbeit auftauchen. Und dabei ist mir schon klar, dass es auf meine Arbeit und nicht auf mein Outfit ankommt. Dennoch muss ich mich an Regeln halten und wohlfühlen. Und das würde ich mich zumindest aktuell nicht. 
    Das heißt aber nicht, dass ich sobald etwas richtig verwaschen ist, dies aussortiere und weggebe. Natürlich absoluter Quatsch. Zuerst einmal kann man es noch lange zuhause tragen und somit Kleidung schonen, die man im Büro oder zu Anlässen trägt. Zuhause kann man die Dinge zum Beispiel abends, am Wochenende, zum Streichen, zum Sport und zum Schlafen tragen. 
  • Versuche Kaputtes zu reparieren, bringe es in ein Repair-Café oder frage einen geschickten Freund.
    Mittlerweile gibt es neben den klassischen Repair-Cafés zahlreiche andere Optionen wie z. B. die Handy-Klinik, Schuster wo du deine Schuhe auch zusenden kannst wie Shoedoc oder Sneakerrescue usw. Meine Schwester hatte ihr kaputtes Handy mal in einer Handy-Klinik und war danach super zufrieden mit ihrem reparierten Gerät.
    Es gibt Töpfereien, in denen man kaputtes Geschirr reparieren lassen kann und Schreiner, die Ausbesserungen und Reparaturen vornehmen, ohne dass du etwas neu kaufen musst. Das ist zwar Geschmacksache, aber ich finde es sogar schön, wenn man Reparaturen und somit die Geschichte sehen kann. Nichts was dauerhaft besteht kommt ohne Spuren aus – das beste Beispiel sind unsere Gesichter oder Körper. In Japan gibt es eine alte Technik namens Kintsugi – die Technik des Goldflickens. Dabei werden die Bruchstellen mit Goldpuder und einem Kleber verbunden und versiegelt. Diese Technik ermöglicht die weitere Nutzung und das sogar noch mit einer Aufwertung. Ein schöner Gedanke.

Du selbst kannst übrigens viel mehr selbst reparieren, als du vielleicht denkst. Dank Youtube kann jeder ganz einfach lernen, wie man ein Loch flickt, bestickt oder zunäht (auch ohne Nähmaschine) oder wie du einfache Reparaturen vornimmst an einem Regal, einem Teppich, einer Tasche usw.

  • Kontaktiere den Profi.
    Auch wenn man sehr viel selbst reparieren kann, schadet es nie vorab den Hersteller zu kontaktieren. Wir hatten einen Defekt an einer älteren Bosch Küchenmaschine und bevor ich mich da auf Secondhand-Portalen nach Ersatzteilen bemühe, habe ich einfach den Profi gefragt. Zum einen, ob der Schaden reparabel ist und zum anderen was man alles dazu benötigt. Natürlich wurde mir dann die Einsendung empfohlen (grundsätzlich ja schon lobenswert, dass sie reparieren und nicht nur neu verkaufen), die habe ich aber dann nicht wahrgenommen. Da mein Mann das übernehmen konnte, konnte ich eine defekte Maschine ohne Zubehör online kaufen und ausschlachten. Einziger Abfall, war das Verpackungs- und Versandmaterial. Das Ersatzteil hat uns damit auch noch weniger gekostet als die Einsendung und die Reparatur. Und das Ergebnis? Eine wieder funktionierende Maschine. Was will man denn mehr? 
  • Erledige Reparaturen gleich und warte nicht, bis es schlimmer wird.
    Insbesondere bei Kleidung, Accessoires und Schuhen lohnt es sich, aufgehende Nähte und Löcher direkt zu schließen und zu flicken. Je länger man damit wartet, desto stärker vergrößert sich der Schaden. Kleidung, die ein Loch oder eine aufgehende Naht hat, landet bei uns auf einem Stapel und wird nicht mehr getragen bis sie repariert ist. 
  • Think out of the box – werde kreativ.
    Die alte Leier… Aber es ist nunmal so – auch hier hilft dir Kreativität und das über den Tellerrand hinausschauen sehr. Uns sind innerhalb kürzester Zeit beide Butterdosen zu Bruch gegangen. Bei einer war immerhin der Boden noch ganz. Wir sind es gewohnt, eine Butterdose zu haben. Daher dachte ich zuerst daran, den Deckel zu kleben. Ich habe lange nach einem lebensmittelechten Porzellankleber gesucht aber leider keinen gefunden. Irgendwann kam mir in den Sinn, dass man den Deckel doch auch ganz einfach selber machen könnte aus etwas, was wir schon hier haben. Die Lösung: Holz. Und damit haben wir die perfekte Lösung gefunden, um wieder eine intakte Butterdose zu haben. Das Ergebnis seht ihr auf dem Foto und wir sie sogar wirklich hübsch. Und wenn ich mal wieder auf einem Flohmarkt über eine Butterdose stolpere, kann ich es mir immernoch überlegen, wieder eine zweite zu nutzen… 😉

Das ist sicher auch nicht abschließend. Fallen dir noch weitere Tipps und Hinweise ein, wie man länger Freude an seinen Dingen hat? Oder hast schon Erfahrungen gemacht, clevere Life Hacks oder tolle Erfolge beim Reparieren, dann lass es uns gerne wissen. So profitieren wir gegenseitig von unseren Erfahrungen.

Hinweis: Werbung, da Markennennung

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