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5 Tipps für bewussteren Konsum
Nachhaltigkeit

5 Fragen für einen bewussten Konsum

Wir haben bis auf eine Handvoll Ausnahmen seit über 1 ½ Jahren nichts mehr neu gekauft und einen “Neukonsum”-Stopp durchgezogen. Das war am Anfang tatsächlich recht einfach, wurde aber nach einigen Wochen zunehmend schwieriger. Aber, good news, es wurde auch wieder einfacher und je länger man das schafft, desto selbstverständlicher integriert es sich in deinen Alltag. 😉

Mehr Ordnung und ein nachhaltiger, bewusster Konsum

Nachdem ich meinen Kleiderschrank durchging und ausgemistet hatte war mir klar, dass ich nie wieder so ausmisten möchte und muss. Ich habe früher schon einige Male ausgemistet, aber dadurch, dass meine Intention eine andere war, war das Ganze nie wirklich nachhaltig. Da ich mich dieses Mal vorweg für einen bewussten Konsum entschieden habe, wurde und ist alles anders.

Das konnte ich direkt erleben, als ich letzte Woche nochmals meinen Kleiderschrank reduziert und unter die Lupe genommen habe. Da war nichts zu finden, was ich in den letzten Monaten unbewusst, impulsiv oder unnötig gekauft hätte. Ein wunderbares Gefühl…

Ich hoffe, die folgenden Fragen helfen auch dir bewusster zu konsumieren und somit dauerhaft Ordnung zu halten.

Finden Sie Zufriedenheit in dem, was Sie bereits haben.  

Bea Johnson

5 Fragen, die du dir stellen solltest, bevor du etwas neues anschaffst

  1. Brauche ich es wirklich?
    Überlege dir in Ruhe ob du die Hose, das Glas, die Teller oder Kerzenhalter wirklich brauchst. Wofür brauchst du es? Wo bringst du es unter? Hattest du den Wunsch schon lange oder ist das eher spontan? Lass es erst einmal sacken und schau ob du es morgen oder nächste Woche immernoch unbedingt willst. Wenn du z. B. eine Woche lang nicht dran gedacht hast, brauchst du es in deinem täglichen Leben wohl kaum.  Das bringt uns direkt zum nächsten Punkt.
  2. Werde ich es oft verwenden?
    Wirst du dieses spezielle Kleid oft tragen? Wie oft brauchst du die schicke Tasche, die sowieso kaum etwas passt? Wie häufig brauchst du eine Burger-Presse, eine Fisch-Grillzange oder ein zweites Raclette-Gerät, falls mal mehr Gäste da sind? Ist es etwas Saisonales und kann den Rest des Jahres nicht benutzt werden? Speziell bei Kleidung frage ich mich auch immer ob es gut kombinierbar ist und zu meinem Stil passt. Wenn nicht, dann werde ich es nämlich auch nicht oft tragen (können). 
  3. Habe ich schon etwas Ähnliches? Etwas, was den Zweck auch erfüllt?
    Brauchst du wirklich ein drittes weißes T-Shirt, eine zweite hohe Vase, ein weiteres Dekoglas für Kerzen oder die süßen Servietten für die nächste Party? Gibt es keine anderen Gegenstände, die den Zweck erfüllen? Kannst du dein graues oder schwarzes T-Shirt nicht genauso gut kombinieren wie das weiße und mal ehrlich – wieviele kannst du gleichzeitig tragen? Kein Mensch braucht eine Salatschleuder, wenn er ein Geschirrtuch hat. Genauso sinnlos ist es, zehn Schüsseln in verschiedenen Größen zu besitzen. Ich habe zum Beispiel noch unzählige Papierservietten, Teelichter usw. dass ich mich heute frage ob ich mich überhaupt irgendetwas gefragt habe damals beim Kauf. Schließlich ist das schon über zwei Jahre her. 

    Frust oder Ärger über dich selbst bringt dich hier aber nicht weiter. Versuche lieber kreativ zu sein und über den Tellerrand zu blicken, etwas daraus zu lernen und schlichtweg aufzubrauchen.
  4. Habe ich Platz dafür?
    Ich habe zum Beispiel eine Schwäche für Flohmärkte und antike Möbel. Das Dilemma scheint offensichtlich – wo soll denn noch ein Hocker hin? Es betrifft aber nicht nur größere Dinge wie Möbelstücke. Deine Besteckschublade ist sicher schon voll – und trotzdem möchtest du spezielles Steakbesteck oder Fonduegabeln (wie oft nutzt du sie – siehe oben)? Deine Schüsseln passen gerade so ins Regal und du möchtest trotzdem diese eine tolle? Wo stellst du die hin und wieviele kannst du gleichzeitig benutzen?
  5. Muss es neu sein und wie wurde es produziert?
    Wenn du alles bejahst und es ein sinnvoller Kauf zu sein scheint, dann kaufe zumindest Secondhand. Damit werden keine neuen Ressourcen für die Herstellung verbraucht. Neu kaufen ist bei uns immer die allerletzte Wahl. Zum Beispiel wenn wir es über eine längere Zeit nicht gebraucht oder secondhand finde. Oder es nur neu erhältlich ist. Falls du bisher nicht aus zweiter Hand gekauft hast, wirst du überrascht sein was man alles aus zweiter Hand bekommt und in welch tollem Zustand. Ich kaufe manchmal sogar Dinge wie Lebensmittel in Großgebinden aus zweiter Hand und hatte dabei noch nie ein unangenehmes Erlebnis oder eine negative Überraschung.

Bei Neukäufen achten wir zudem darauf, dass es im Idealfall lokal oder regional erhältlich ist und kleine Unternehmen unterstützt. Falls nicht, dann achten wir auf eine möglichst umweltfreundliche und faire Produktion.

Faustregel bei Neukäufen

Eine Faustregel, die ich ursprünglich nur bei der Kleidung beachtet habe, die sich aber auf alle Bereiche ausgeweitet hat: Kommt etwas rein, muss etwas raus. Wenn ich etwas anschaffe, muss ich mich von etwas anderem trennen. Ganz einfach und eine letzte Hürde zu einem sinnvollem, bewusstem Konsum.

Zero Waste Home
Nachhaltigkeit

Mein Ultimativer Buch-Tipp für den Einstieg

Für einen guten Start in ein bewussteres und natürlicheres Leben, gibt es sicher viele gute Bücher. Wenn du aber wie ich bei den Basics anfangen und leicht lesen magst, kann ich dir Bea Johnsons Zero Waste Home mehr als empfehlen. Bei mir war das ein echter Game Changer – aber sowas von. 

Zero Waste Home – glücklich leben ohne Müll

Du kannst das Buch zum Beispiel Secondhand, auf Ebay Kleinanzeigen, Rebuy oder als eBook beziehen. Und wenn du dich leicht wieder von Büchern trennen kannst, umso besser. Dann verkaufst du es einfach im Anschluss wieder und verhilfst jemand anderem zu mehr Freude, Zeit, Freiheit und Glück. 

Die schlechte Nachricht vorweg: das Buch löst dir keine Probleme. Die gute Nachricht: Du bist danach selbst in der Lage sie zu lösen, denn du vereinfachst dein Leben. Durch den sinnvollen Aufbau kannst du direkt von Anfang an damit beginnen. Und den ersten Schritt hast du schon jetzt gemacht – es muss ein Umdenken in deinem Kopf stattfinden. Sonst ist die Gefahr ohnehin zu groß, dass du in alte Muster zurückfällst bei den ganzen Verlockungen. Und davon gibt es einfach viel zu viele… Aber das wäre ein ganzer Blog-Beitrag wert, daher lass ich das an dieser Stelle lieber.

Lieber unperfekt als gar nicht dabei

Zurück zum Buch… Es hilft dir deine bisherigen Gewohnheiten zu hinterfragen und zu durchbrechen. Es ist praxisnah geschrieben, enthält einige praktische Checklisten und du kannst wie gesagt sofort anfangen – das ist besonders für ungeduldige wie mich perfekt.
Gutes Stichwort: auch hier geht es wieder darum, dass man nicht perfekt sein muss – Bea Johnson stolpert selbst nach so vielen Jahren hin und wieder über gewisse Dinge. Wichtig ist, dass du dich nicht entmutigen lässt und fest an deinem Kerngedanken festhältst. Ganz egal welcher das auch sein mag. 

5 Schritte zu Zero Waste: Refuse, Reduce, Reuse, Recycle, Rot
ablehnen, reduzieren, wiederverwenden, recyclen, verrotten,

5 Schritte zu deinem Zero Waste Alltag

Zuerst werden die fünf Schritte, auch die « 5 R» genannt, und die Vorteile des Zero Waste Lebensstils erklärt. Danach geht es an die Bereiche Küche, Einkaufen, Badezimmer, Beauty, Gesundheit, Schlafzimmer, Kleiderschrank, Haushalt usw. Auch die schwierigeren Bereiche wie Festtage und Geschenke oder unterwegs Zero Waste zu bleiben, werden erläutert. Abschließend geht Bea Johnson auf das „Was nun?“ ein. Alles in allem ist das Buch damit in sich wirklich schlüssig und ein echter (Lebens-)Ratgeber, auch wenn das verstaubt klingt. Ich fand tatsächlich, dass es auf den ersten Blick trocken aussah, aber das täuscht absolut. Es liest sich wie anfangs schon erwähnt sehr leicht und eher wie eine praktische Anleitung.

Zero Waste = kein Müll?

An dieser Stelle ist mir noch wichtig, dass Zero Waste nicht nur „kein Müll“ bedeutet. Zum einen kann es übersetzt ja auch „keine Verschwendung“ bedeuten und zum anderen kann man es auch einfach als eine Guideline zu einem Weg mit weniger Müll sehen. Ansonsten engt dich das auf lange Sicht zu schnell ein und nimmt die Freude und Motivation daran. Alles zu reduzieren und festzustellen dass man weniger braucht, macht nämlich Spaß. Ich frage mich immer öfter im Alltag «geht das nicht auch mit weniger Müll, ökologischer, mit weniger Verpackung usw.» Mal abgesehen davon, dass ein Stoff-Säckchen einfach auch viel schöner ist als herkömmliche Verpackungen, findest du nicht? Das können ja auch viele kleinere Dinge sein. Meine Schwester fragt zum Beispiel bei Onlineshops nach, die ihre Bestellung mit Plastik-Paketband oder -Füllmaterial verpacken. Es sind Kleinigkeiten im Alltag, die aber zu Gewohnheiten werden und sich summieren. Und genau da will auch ich hin. 😉

Mein Fazit:

 ZeroWasteHome – Glücklich leben ohne Müll ist ein Buch das sich leicht liest und nah an der Praxis ist. Dank der Checklisten und präzisen Anleitungen, den Rezepten und dem privaten Einblick in einen echten Zero Waste Alltag eignet es sich auch für alle Ungeduldigen, die einfach nur beginnen wollen. Ich kann es absolut empfehlen…