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Hühnerrettung – die Lösung?

Jetzt sitze ich hier und kann gar nicht so richtig fassen, was vor einigen Tagen passiert ist. Dass wir irgendwann mal den Verein Rettet das Huhn unterstützen werden war uns klar, seit wir davon wussten. Wir hätten nur nicht gedacht, dass es so schnell gehen würde und jemand bei einem Termin in unserer Nähe abspringt. Somit haben wir jetzt nicht mehr drei Sundheimer Hühner, sondern noch zwei gerettete Hybrid-Legehennen on top. Die beiden neuen sind etwas spärlich gefiedert und deutlich in Mitleidenschaft gezogen, aber jetzt gerettet. Wir sind sehr dankbar dafür und trotz Zickereien bei Eingliederung zuversichtlich, dass das bald eine fröhliche Truppe wird… (spätestens im Winter rücken sie dann sowieso etwas zusammen, haha)

Hühnerrettung – was ist das?

Hier die Kurzfassung für alle, die sich dafür interessieren. Ich kann zumindest grobe Infos zur Rettung geben bzw. was ich darüber weiß. Nachdem die Hühner aufgrund der nicht mehr rentablen Legeleistung ausgesondert werden im Legebetrieb, kommen sie auf direktem Wege in die Schlachtung. Da dies nach nur einem Jahr oder eineinhalb Jahren schon passiert, versucht Rettet das Huhn Vereinbarungen zu treffen, um die Hühner ausstallen zu dürfen.

Ausstellung um 3 Uhr nachts

Das startete in diesem Fall mitten in der Nacht um 3 Uhr und es waren 600 (!) gerettete Hühner. Soweit ich gesehen habe, ist das übrigens eine eher kleinere Rettung gewesen. Am Vormittag fand die erste Übergabe statt und am Mittag dann die zweite am zweiten Übergabeort. Das ist ein anstrengender Tag für die Hühnerretter und endet nicht mit der zweiten Übergabe, sondern erst mit dem Reinigen des Transporters inklusive Zubehör. Alles ehrenamtlich. Dieses Mal ging auch alles gut und alle Hühnis wurden abgeholt, was natürlich umso schöner ist.

„Normale“ Hühner mit Beigeschmack

Unsere drei Sundheimer Hühnis sind jetzt ein Jahr bei uns und wir haben uns wirklich gut eingegrooved, würde ich sagen. Kurz nachdem wir die Sundis geholt haben, erfuhr ich erst vom Verein „Rettet das Huhn e.V.“ Ich würde nicht sagen, dass ich es danach bereut habe, unsere ruhigen, genügsamen und liebevollen Sundheimer Damen geholt zu haben. Sie passen nämlich perfekt zu uns und wir haben uns sofort verliebt, aber es hatte dann schon einen kleinen Beigeschmack. Wir nehmen „reinrassige“, gezüchtete Hühner zu uns, während da draußen so viele Hühner nach wenigen leidvollen Monaten ausgesondert werden. Ohne vielleicht einmal die Sonne gesehen oder einen Meter Platz um sich herum gehabt zu haben.

Retten ist nicht die Lösung des Problems.

Mir wurde aber auch nach und nach klar, dass das ganze Thema Hühnerrettung nur ein (wichtiger) Teil des ganzen Problems ist und dass wir dieses zuerst am Ursprung anpacken müssen. Ich rede vom ganzen Leid, dass immernoch durch unser System gestützt wird: Massentierhaltung. Masthennen. 

Masthennen, deren einziger Zweck es ist, schnellstmöglich jeden Tag ein Ei zu legen, um rentabel zu bleiben für Betrieb und Bauern. Das halten ihre hochgezüchteten Körper natürlich nicht ewig durch. Aus diesem Grund werden sie nach 12 bis 18 Monaten, also mit gerade einmal einem bzw. eineinhalb Jahren aussortiert und geschlachtet.

Unsere beiden Neuzugänge haben noch keine Namen und wir lassen uns damit auch Zeit. Denn Zeit haben die beiden jetzt so viel wie ihre in Mitleidenschaft gezogenen Körper ihnen geben. Ein „normales“ Huhn kann 10 Jahre oder älter werden, eine Hochleistungs-Legehenne nur 3 bis 5 Jahre, wenn sie nicht vorher schon krank wird und stirbt.

„Wir essen sowieso nur Bio-Eier.“ Pustekuchen.

Was die wenigsten wissen: unsere geretteten Hühner hier auf den Bildern stammen aus einer Biohaltung. Einer Mobilstall-Biohaltung wohlgemerkt. Also fast das „Beste“ was es im Supermarkt zu kaufen gibt in Puncto Haltung und Bedingungen. Wer sich also wie wir auch mit „wir kaufen ja sowieso nur Bio-Eier“ bisher bestätigt und beruhigt hat, dem muss ich leider sagen: wir fühlen das nicht mehr. Vielleicht geht es dir nach dieser Erfahrung auch wie uns und es macht sich Ernüchterung breit.

Wenn man sich die Zeit nimmt und in Ruhe überlegt, dann ist das aber auch logisch. Selbst bei Bio-Mobilställen kommt es natürlich auf die Rentabilität an – so ein Stall muss wirtschaftlich sein, klar. Und in einigen Fällen bedeutet das dann eben, dass 600 Hennen oder mehr, zusammen auf der Wiese und im Stall leben und dass dieser gerade einmal den Mindestanforderungen entspricht. Abgesehen von den Anforderungen, werden auch die meisten Betriebe nicht darüber hinwegsehen, dass ein Huhn nach einer gewissen Zeit einfach nicht mehr weiter jeden Tag ein Ei legen kann. Das ist ein buchstäbliches Henne-Ei-Problem, denn:

Bei Bio-Eiern mögen wir wohl mittlerweile die Aufzucht der berühmten Bruderküken mitbezahlen was auch nicht immer so war und eine tolle Errungenschaft ist. Dass eine Henne aber nicht jeden Tag ein Ei legt und ihr ganzes Leben lang beim Bauern bleiben kann sind wir offensichtlich bei weitem nicht bereit zu bezahlen. Mal ganz abgesehen von der ethischen Frage und der Frage des Fleisches. Also liegt es mal wieder an uns, den Konsumenten, wenn unsere Politik keine Handlungsnotwendigkeit sieht.

Bitte versteh mich nicht falsch – ich bin noch weit weg davon mich rein pflanzlich zu ernähren. Aber es geht mir hier um mehr: die bewusste Wahl von Lebensmitteln. Die Bewusste Wahl von Kleidung. Eine bewusste Wahl mit allen ihren Konsequenzen.

Nichts aus Boden- oder Freilandhaltung. Nichts.

Daher mein erster Appell: bitte bitte kaufe gar keine Eier aus Boden- und Freilandhaltung. Nichts, nada, einfach keine. Hier gibt es keinerlei Diskussions-Spielraum aus meiner Sicht. Dazu gehören zum Beispiel auch (das vergesse ich superschnell im Alltag, daher hier mal beispielhaft): Kekse, Nudeln mit Ei, Restaurant-Mahlzeiten, allerlei Produkte aus der Bäckerei, Snacks in der Cafeteria oder unterwegs, Fertigprodukte usw. Falls du Saucenpulver oder generell Fertigprodukte benutzt: hier verstecken sich auch Eier drin – und man muss wohl nicht lange überlegen, woher die stammen. Natürlich bei konventionellen Produkten aus Bodenhaltung. Das ist die günstigste Art und Weise schnell zu vielen Eiern zu kommen ohne dass viel Kosten entstehen. Was man auch immer wieder sieht sind freilaufende Hühner auf der Verpackung, die ja in Freilandhaltung leben. Die Wirklichkeit sieht anders aus, aber das ist an dieser Stelle hoffentlich jedem klar.

Aus obigen Gründen: bitte versuche auch deinen Konsum an Bio-Eiern zu reduzieren. Es gibt mittlerweile so viele gute Alternativen beim Backen oder zum Binden, die sehr gut funktionieren.

Das ist der erste Schritt und wichtiger als das Retten. Denn nur so können wir etwas verändern und das Retten sogar vielleicht irgendwann überflüssig machen.

Ihre ersten Minuten im Freien – ganz alleine.

Unterstütze Rettet das Huhn e. V.

Mein zweiter Appel: wenn du einen Garten mit etwas Platz hast, dann schau dir Rettet das Huhn an und ihre nächsten Termine. Die Termine sind nach Regionen und sicher findet sich auch mal ein Termin in deiner Nähe. Ich hatte 1h15 Fahrtzeit, da es keinen näheren Übergabeort gab, aber das ist ja nicht überall so. Bei der hohen Anzahl an Eiern, Produkten aus Ei / mit Huhn etc. wie wir noch immer konsumieren, gibt es unzählige hilflose Hühner, die nach einem qualvollen ersten Lebensabschnitt mehr verdient haben, als den Tod nach stundenlanger Fahrt, die alleine schon Leben kostet.

Du hast keinen Platz? Sie sind auch sehr dankbar für Spenden, welche übrigens zu 100% in die Hühnerrettung. Wenn du gerne nähst, werden auch Hühnerpullis und Traumarollen angenommen als Spende. Für die ganz stark in Mitleidenschaft gezogenen Hühnis, damit sie geschützt sind.

Danke.

Danke dass du den Artikel bis hier hin durchgelesen hast. Ich freue mich sehr darüber. Wenn du mehr über die Hühnerrettung von Rettet das Huhn e. V. wissen willst, schau unbedingt bei Rettet das Huhn vorbei.

Danke auch für ein Hinterfragen deiner Essgewohnheiten – also deines Kühlschrankinhalts, des Vorratsschranks, deiner Bestellungen auswärts und und und. Ich werde jeden Tag einwenig besser. Ich möchte mittlerweile sogar sehr gerne auf den Keks zum Kaffee im Restaurant verzichten, auf Dinge beim Bäcker mit Ei oder sonst vermeintliche Kleinigkeiten und weiß: wenn ich das schaffe, dann kannst du es auch! 😍

So, jetzt setze ich mich noch etwas zu unseren gefiederten Sweeties in den Garten. Unsere beiden Neuzugänge aus der Rettung fühlen sich jeden Tag wohler.Sogar die Federkiele sind schon deutlich länger geworden. 💚

Kokos-Eiskonfekt
Rezepte

Kokos-Eiskonfekt – vegan und zuckerfrei

Nach den tollen Reaktionen auf Insta, teile ich endlich auch auf dem Blog dieses super leckere Rezept für Eiskonfekt, Kokosriegel, Kokospralinen oder wie immer du es auch nennen magst. Fakt ist, es schmeckt für mich einfach nach Sommer.

Ich liebe Bounty* und war immer wieder auf der Suche nach einer gesünderen Variante. Das Konfekt (eigentlich Eiskonfekt, weil ich es in der Tiefkühltruhe aufbewahre und so am leckersten finde 😉) ist nicht nur vegan, sondern enthält auch keinen konventionellen Zucker, wenn du es wie folgt zubereitest:

Du benötigst nur 5 Zutaten:

🥥 80-90g Kokosöl schmelzen 
🥥 200g Kokosraspeln hinzugeben
🥥 120g Ahornsirup dazumischen
🥥 6 EL Kokosmus (das sind so feste Blöcke. Ich nehme immer das von Morgenland, das ist zweigeteilt verpackt und eine Hälfte reicht genau. Allerdings ist es nicht unverpackt 😐)

Kokoskonfekt Zubereitung
Alles in einer Schüssel vermischen

🍫 Schokolade oder Kuvertüre deiner Wahl (ich nehme Zartbitter)

Diese Zutaten ergeben ca. 60 Pralinen / Konfekte. Für weniger einfach entsprechend reduzieren. Du kannst die Masse in das einfüllen, was du bereits hast und brauchst nichts neues dazukamen. Das könnten zum Beispiel Pralinenförmchen aus Silikon sein oder du streichst die Masse flach auf einen Teller oder in eine Brownie-/Auflaufform, gibst sie in Schnapsgläser, Muffinformen usw. Es gibt quasi unzählige Möglichkeiten, ohne etwas neu zu kaufen. Es gilt im Sinne der Nachhaltigkeit: #nutzewasduhast

Kokoskonfekt in Silikonform
Einfüllen in was immer du hast #nutzewasduhast

Danach stellst du alles kühl und wenn die Masse hart ist kannst du sie beliebig zuschneiden oder aus den Formen holen. Anschließend überziehst du sie mit oder tauchst sie in die Schokolade.

Bis auf das Kokosmus bekomme ich alle Zutaten unverpackt und kann das Rezept daher fast ohne dass Müll anfällt machen. Das finde ich immer mega. 💚

Übrigens kannst du den Schokoüberzug sogar auch selbst machen: dazu benötigst du nur Kakaobutter, Kakao und Ahornsirup. Klappt sehr gut und ich mache das auch, wenn ich Lust und Zeit dazu habe.

Last but not least ein kleines Anliegen zum Thema Kokos:

Auch wenn ich das Konfekt liebe – ich mache es nicht so häufig, weil es eben immernoch Kokos und somit exotisch ist. Es wird von weit her eingeflogen und viele benutzen auch abseits von solchen Sweet Treats Kokos in der Küche. Daher meine Bitte: genieße diese feinen Pralinchen mit Maß und nicht in Masse 🙌😍  Ich versuche das auch immer – auch wenn es schwer fällt, du wirst schon sehen 😉

Wichtig an dieser Stelle ist auch, dass du solche Produkte immer fair und wenn möglich in Bio-Qualität kaufst. Nur so profitieren auch die Menschen, wie z. B. die Kleinbauern vor Ort.

*Werbung da Markennennung, aber ich empfehle Bounty natürlich nicht und das Unternehmen dahinter möchte ich sowieso nicht unterstützen.